Baumschnitt + Baumpflege Tübingen

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Baumschnittkurse

Überblick über meine Kurse zum Obstbaumschnitt.


Für meine eintägigen Obstbaumschnittkurse habe ich im Raum Tübingen drei Streuobstwiesen zur Auswahl. Die meisten Schnittkurse veranstalte ich am schönen Kapellenberg unterhalb der Wurmlinger Kapelle. Hier hat Florian Wagner im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme der Stadt Rottenburg einen Altbestand mit jungen Bäumen ergänzt. Anhänger des Öschberg Palmerschnitts der er war, hat er die ersten Schnitte nach dieser Methode durchgeführt. Das ist nun zwanzig Jahre her, aber die Öschbergkrone ist noch zu erkennen.
Natürlich ist der Zustand der Obstbäume nach so langer Zeit des Ungepflegseins nicht mehr so optimal. Aber es lässt sich gut anknüpfen an das, was angelegt wurde.

Außer in diesem Landschaftsschutzgebiet habe ich noch zwei Bestände mit Jungbäumen in Bearbeitung, bei denen ich die Jungbaumerziehung sehr gut zeigen kann. Die Obstbäume befinden sich im Goldersbachtal und am Rammerthang in Derendingen.
Auf einer weiteren Streuobstwiese, den Hasenäckern, stehen Halbstämme mit angedeuteter Öschbergkrone. Hier lassen sich die unterschiedlichen Folgen der Schnittmaßnahmen der letzten Jahre gut beobachten.

Baumschnittkurse auswärts

Regelmäßig zu Beginn jeden Jahres bin ich bei den Streuobstfreunden/Nabu im Unteren Kochertal. Die Aktiven bewirtschaften in unermüdlichem Einsatz einige Streuobstwiesen und es besteht immer reges Interesse an meinen Schnittkursen. Im Januar sind es deren zwei – ein Kurs in Neckarsulm und einer in Beilstein.
Ende März kommt der Westerwald dran. Ein zweitägiger Kurs in Gackenbach ist schon ausgebucht. Gleiches gilt für die Schnittkurse im Kochertal.

 


Der Öschbergschnitt

Grundlage meiner Kurse ist das Ideal der Öschbergkrone und wie man sie erreicht.
Diese Baumschnittmethode eignet sich wie keine andere zur Pflege und Instandhaltung im so genannten „Feldobstbau“. Diese Art der Bewirtschaftung wird seit Jahrhunderten auf den Streuobstwiesen praktiziert.
Der Öschbergschnitt ist eine naturgemäße und leicht zu erlernende Schnittmethode für großkronige Streuobstbäume. Der Öschbergschnitt garantiert eine über lange Zeit stabile, vitale und gut nutzbare Kronenform.

Geringerer Arbeitsaufwand

Der große Vorteil des Öschbergschnitts ist zudem der geringere Arbeitsaufwand gegenüber anderen Baumschnittmethoden.

Wer seine Obstbäume nach ihren Grundsätzen schneidet, kann auch größere Bestände in einem guten Zustand erhalten, ohne zeitlich überfordert zu werden. Hauptgrund hierfür ist, dass mit der Natur gearbeitet wird und nicht gegen sie.

Entwickelt von Hans Spreng

Entwickelt hat diese Methode in den 1930er Jahren der Schweizer Hans Spreng. Er tat dies vor dem Hintergrund der mangelnden Versorgung der Schweizer Bevölkerung mit Obst. Das größte Potential zur Steigerung der Erträge lag sozusagen vor Sprengs Haustür – in den Streuobstwiesen der Bauern.
Der jämmerliche Zustand der Obstbäume, die mangelnden Kenntnisse der Besitzer und die wenige Zeit, die die Bauern für die Pflege ihrer Bäume zur Verfügung hatten, gaben den Ausschlag für seine Lösung des Problems: Eine einfache, klar strukturierte Kronenform mit einer eindeutigen Trennung zwischen Gerüst und Frucht, sowie wenige, dafür gezielt angesetzte Schnitte sollten es sein.
So entstand die Öschbergkrone: eine nach oben offene, der Sonne zugewandte, kelchförmige Krone, die mehr breit als hoch werden sollte. Dazu eine eindeutige Hierarchie im Baum von der Mitte, über die vier Leitäste bis zu den diese begleitenden je drei Fruchtästen.

Helmut „Remstalrebell“ Palmer

Palmer sen. erlernte diese Schnittmethode an ihrem Ursprungsort, der kantonalen Obstbauschule in Öschberg und kam als Heranwachsender 1950 mit diesem Wissen zurück in die schwäbische Heimat, ins Remstal. Niemand glaubte dem jungen Mann; zu festgefahren waren die Obstbauexperten mit ihren, an Geheimwissenschaften erinnernden Methoden. Und da kam Palmer mit einer neuen Schnittmethode daher, die genial einfach und logisch ist. Für die institutionelle Obstbauberatung war sie zu einfach, zu genial und viel zu logisch.

Es dauerte fast zwei Generationen, bis die alten Herren abtraten und Helmut Palmer zu den Ehren kam, die ihm zustehen. Allerdings: Der Öschbergschnitt hat sich zwar  mittlerweile weitgehend durchgesetzt in der Republik, aber der Name des wichtigsten Protagonisten wird manchmal immer noch verschwiegen.

Einfache, klare Struktur
Die Öschbergkrone besticht durch ihre einfache, klare Struktur. Bei ihr gibt keine zweite, oder sogar dritte Leitastserie, keine fünf oder mehr Fruchtäste, keine Äste erster, zweiter, dritter Kategorie, keine Hohlkronen usw. Kein „viele Äste, viele Früchte“ und „No nix verschenka, in jede Lücke kommt en Ascht“ – nein – wenige Äste, weniger Früchte, die dafür allerdings von hoher Qualität – so sollte es sein.
Mit dieser Kronenform kann über viele Jahre gut gearbeitet werden. Zwischen den Leitästen entstehen Leitergassen, die Spitze des Obstbaumes wird nicht zu hoch und man kommt überall gut hin, um zu ernten und zu schneiden.
Der jährliche Arbeitsaufwand beschränkt sich auf den Anschnitt der Gerüstäste (die Mitte und die vier Leitäste), den Anschnitt der begleitenden Fruchtäste und das allfällige Auswechseln des abgetragenen Fruchtholzes.

Meine Kurse: die Praxis

Natürlich weiß ich, dass ein Großteil der Bäume meiner Kunden und Kursteilnehmer von dem Ideal der Öschbergkrone ziemlich weit entfernt sind.
Um zumindest eine Richtung zu bekommen, beginne ich den praktischen Teil mit der sogenannten „Baumansprache„. Die Organe des Obstbaumes werden benannt und sein Zustand beurteilt nach Vitalität, Stabilität und Nutzbarkeit. Anschließend definieren wir ein Pflegeziel, welches sich nach dem aktuellen Zustand richtet und das von Obstbaum zu Obstbaum sehr unterschiedlich sein kann.

Die Baumansprache und vor allem die Verwendung der immer gleichen Begriffe ist „die halbe Miete“. Die richtige Verwendung der Begriffe zieht sich wie ein roter Faden durch den Kurs. Wer die Organe des Baumes und ihr Potential erkennt, kann sich viel Arbeit ersparen. Er kann seine Schnittarbeit dem Wesen des Baumes anpassen, grobe Fehler vermeiden und so fast jedem Baum eine Zukunft geben.
Nach der Baumansprache und der Bestimmung des Pflegeziels kommt die praktische Umsetzung im Baum. Begleitend zur Arbeit im Baum erkläre ich die Werkzeuge, führe die unterschiedlichen Steighilfen und die richtige Schnittführung vor. In diesen Teil des Kurses fließen auch die vielfältigen Aspekte und Arbeitsmethoden der modernen Baumpflege mit ein, welche der Gesunderhaltung des Obstbaumes dienen.

Diese praktischen Vorführungen am Objekt bilden den ersten Teil des Kurses, der zweite Teil ist den Teilnehmern vorbehalten. Meist bleiben zwei Stunden, um jedem Kursteilnehmer die Gelegenheit zu geben, selbstständig einen Baum anzusprechen und ein Pflegeziel zu formulieren.
Obstbäume gibt es genug, um danach unter Supervision von mir das Pflegeziel umzusetzen.

 


Baumschnittkurs bei Ihnen vor Ort

Haben Sie Obstbäume, jung oder alt, mit denen Sie nicht zurechtkommen?
Oder eine Streuobstwiese geerbt und wissen nicht, wie Sie die Bäume schneiden und pflegen sollen.

Kennen Sie Nachbarn oder andere Gütlesbesitzer, denen es ähnlich geht?

Gern komme ich zu Ihnen. Wir schneiden gemeinsam Ihre Bäume. Ich erkläre nebenher die Grundlagen des Obstbaumschnitts und führe Ihnen brauchbares Werkzeug und entsprechende Steighilfen vor.
Falls es an der Ausrüstung noch fehlt, bringe ich Sägen, Scheren und Leitern mit.
Am kostengünstigsten ist der private Schnittkurs, wenn mehrere Personen daran teilnehmen

Es sollten nicht mehr als 10 Teilnehmer und mehrere zu bearbeitende Bäume sein. Dauer: ca. drei Stunden.
Lassen Sie sich von mir ein unverbindliches Angebot erstellen.

Baumschnittkurse in ganz Baden-Württemberg

Auf Wunsch führe ich in ganz Baden-Württemberg Baumschnittkurse für Gruppen durch. Nähere Infos hierzu gebe ich Ihnen gerne am Telefon (07071-640588) oder nach Kontaktaufnahme per Email: info@baumwart-baumpflege.de