Baumpflege Tübingen

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Obstbäume richtig pflanzen

Die beste Zeit, Obstbäume zu pflanzen ist der Herbst ab Mitte Oktober. Tipps von Baumpflege Tübingen zum Pflanzschnitt und zum richtigen Einpflanzen.

Obstbäume pflanzen: Kardinal Bea-Apfel

Obstbäume pflanzen: Kardinal Bea-Apfel

Wenn Sie Ihren Obstbaum im Herbst pflanzen, hat die junge Pflanze vor den harten Frostnächten noch genügend Zeit, feine Wurzeln zu bilden. Dadurch bekommt der Baum gegenüber Pflanzen, die erst im nächsten Frühjahr gesetzt werden, einen deutlichen Wachstumsvorsprung. Ausnahme: In Gegenden mit extremen Winterfrösten sollte besser erst im Frühjahr (Februar, März) gepflanzt werden.

Hochstamm – Halbstamm – Niederstamm

Beim Kauf des Obstbaumes ist es von großer Bedeutung, ob der Baum ein Gartenbaum mit begrenztem Platzangebot oder ein Streuobstbaum auf einer Obstwiese werden soll. Grundsätzlich gilt für den Feldobstbau ein Sämling als Unterlage für den Obstbaum. Dieser gewährleistet durch mehrere starke Pfahlwurzeln einen guten Stand. Im Garten geht auch eine eher schwach wachsende, sog. Typenunterlage.

Nächste Frage ist, ob es ein Hochstamm, Halbstamm oder Niederstamm werden soll.

  • Beim Hochstamm beträgt die Stammlänge 160 bis 180 Zentimeter. Danach beginnt die Baumkrone. Ein ausgewachsener Hochstamm erreicht eine Gesamthöhe von deutlich über 3 Meter.  Hochstämme sind also besonders schöne, stattliche Bäume, haben aber den Nachteil, dass sie für sich einen größeren Platz beanspruchen und vergleichsweise schwer und nur mit Leiter zu pflegen und zu ernten sind.
  • Niederstämme und Büsche erreichen eine Stammlänge von ca. 40 bis 80 Zentimeter und sind damit natürlich besonders pflegeleicht.
  • Der Halbstamm liegt in seinen Dimensionen zwischen den beiden vorgenannten Baumarten.

Je nach Stammhöhe unterscheiden sich die Bäume zudem hinsichtlich ihres Platzbedarfs. Dieser Aspekt ist nicht zuletzt dann zu bedenken, wenn der Obstbaum nah an der Grundstücksgrenze gepflanzt werden soll.

  • Hochstamm: ca. 80 bis 100 qm
  • Niederstamm / Busch: ca. 5 bis 30 qm
  • Halbstamm: ca. 60 bis 80 qm

Der Standort

Alle Obstbäume mögen einen sonnigen, windgeschützten und nicht zu trockenen Standort. Der Boden sollte möglichst frisch und durchlässig sein – wo das nicht gewährleistet ist, den Boden mit Kompost anreichern und lockern.

Obstbäume pflanzen: Jakob-Fischer-Apfel

Obstbäume pflanzen: Jakob-Fischer-Apfel

Wichtig: Die meisten Obstbäume benötigen einen Befruchtungspartner. Vor dem Pflanzen sollten Sie also schauen, ob in der Nähe bereits der richtige Befruchtungspartner steht – oder Sie pflanzen einfach gleich zwei Bäume.

Apfel und Birne, die meisten Süßkirschen-Sorten sowie die Haselnuss müssen von anderen Sorten befruchtet werden. Bei Süßkirschen gibt es so genannte Intersterilitätsgruppen, das heißt, dass nicht nur innerhalb einer Sorte, sondern auch innerhalb bestimmter Sortengruppen eine Befruchtung nicht möglich ist. Bei Sauerkirschen, Zwetschgen und Pflaumen gibt es sowohl selbststerile als auch selbstfruchtbare Sorten. Quitten, Pfirsiche, Aprikosen und Walnuss sind selbstfruchtbar. Allerdings wirkt sich die Fremdbestäubung durch Bienen auch bei diesen Obtbäumen ertragssteigernd aus. Am besten, Sie lassen sich beim Pflanzenkauf von der Baumschule beraten.

Vor dem Einpflanzen: der Pflanzschnitt
Die Krone so zurückschneiden, dass außer der Stammverlängerung noch drei Leitäste stehen bleiben. Diese sollten nicht zu dicht beieinander liegen und vom Stamm in einem stumpfen Winkel abgehen. Konkurrenztriebe am Stamm entfernen, Leitäste um die Hälfte kürzen, so dass sich die oberen Knospen in einer Höhe befinden und die Stammverlängerung um ca. 20 cm länger ist.
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Obstbäume pflanzen: Pflanzschnitt

Richtig pflanzen
Für das Pflanzen gelten folgende Tipps:

  • Vor dem Pflanzen die Wurzeln einige Stunden lang wässern.
  • Können die frisch gekauften Pflanzen erst in einigen Tagen eingepflanzt werden, die Wurzeln unbedingt in feuchte Erde einschlagen. Aufpassen, dass die Wurzeln dabei nicht abgeknickt werden.
  • Das Pflanzloch doppelt so groß wie den Wurzelballen ausheben.
  • In Wühlmaus-Gebieten einen großzügig dimensionierten Korb ( 2 x 1 m) aus unverzinktem Drahtgeflecht in das Pflanzloch einbauen.
  • Die oberste Erdschicht separat lagern. Den Aushub u.U. mit Kompost oder, bei schweren Böden, mit Quarzsand mischen.
  • Die Grubensohle auflockern, um Staunässe zu verhindern.
  • Gegen Winddruck muss der Baum an einem Pfahl befestigt werden. Dieser sollte bis etwa eine Handbreit unter die Baumkrone reichen. Erst den Pfahl in die Grube setzen, dann den Baum. So wird vermieden, dass die Wurzel beschädigt wird.
  • Den Baum so tief in die Grube setzen, dass sich die Veredelungsstelle am Stamm etwa eine Handbreit über dem Boden befindet.
  • Erde in die Grube füllen – beim Einfüllen die gleiche Schichtung wie beim Einfüllen einhalten.
  • Erde leicht festtreten.
  • Bei Bedarf wässern.
  • Die Pflanzstelle (Baumscheibe) in den ersten Jahren von konkurrierendem Pflanzenwuchs freihalten.