Baumschnitt + Baumpflege Tübingen

Baumschnitt + Baumpflege Tübingen header image 3

Artenschutz Tübingen: Ausgleichsmaßnahmen – Biotoppflege – Beratung

Die Region Tübingen ist bekannt für ihren Reichtum an Streuobstwiesen. Deren Bewirtschaftung ist praktizierter Artenschutz und trägt bei zum Erhalt eines einzigartigen Kulturerbes.

Die klassisch bewirtschaftete Streuobstwiese ist ein wichtiger Baustein im Mosaik unserer klein strukturierten schwäbischen Heimat. Fünfzig Prozent des deutschen Bestandes an Streuobstwiesen liegen im Südwesten. Allein auf den Streuobstwiesen in den Landkreisen Tübingen, Reutlingen, Böblingen, Zollernalbkreis, Esslingen und Göppingen stehen nach Angaben des Landratsamtes Tübingen rund 2 Millionen Obstbäume. Es ist eine wichtige Aufgabe des Naturschutzes, diesen Landschaftstyp und damit die Artenvielfalt zu erhalten und zu fördern. Viele bedrohte Arten finden nur noch auf Streuobstwiesen einen Lebensraum.
Mit einem großen Angebot an Förderung und Beratung leisten öffentliche oder private Träger in Baden-Württemberg hervorragende Arbeit zum Nutzen und Erhalt dieses einzigartigen Kulturerbes.

Artenschutz auf einer Streuobstwiese bei Tübingen: Ein Paradies für die schwarze Holzbiene

Schwarze Holzbiene.                                      © Heidrun Schneider/pixelio.de

 

 

Wer Artenschutz praktisch umsetzen will, pachtet oder kauft eine Streuobstwiese. Den Lebensraum von Leitarten wie Steinkauz, Wendehals, Mauswiesel, schwarzer Holzbiene, Kornrade und Wiesensalbei zu erhalten, geht nirgendwo einfacher und ist - sicherlich manchmal körperlich anstrengende - sinnvolle Kulturarbeit. Zweimal gemäht und mit Hochstämmen bepflanzt, ähnelt

eine Streuobstwiese den alten Hutewäldern, wie sie seit dem Mittelalter im Schönbuch bis in das 19. Jahrhundert bestanden.
Die Streuobstwiese verbindet Strukturen des Offenlandes mit denen eines lichten Waldes – Licht und Schatten wechseln sich ab. Es ist ein ständiges Geben und Nehmen in der Nahrungskette. Streuobstwiesen sind wichtige Ökosysteme und Rückzugsorte für die Besiedlung unterschiedlichster Arten.

Streuobstwiese: Artenvielfalt auf kleinstem Raum

Die rissige Borke alter Bäume bietet Larven und Puppen von Schmetterlingen Unterschlupf. Der Grünspecht findet dort seine Nahrung. Faulstellen im Stammholz animieren ihn, Höhlen zu bauen, in die wieder Gartenrotschwanz oder sogar Steinkäuze einziehen. Fledermäuse beziehen hier ihr Sommerquartier.
Wärmeliebende Blütenpflanzen locken den Admiral an und das grüne Heupferd zieht sich nachts in die Baumwipfel zurück, um der Bodenkälte zu entgehen. Käfer bohren mit ihren starken Mundwerkzeugen Gänge in das Totholz, die wiederum von Wildbienen als Kinderstube für ihren Nachwuchs genutzt werden.

Streuobstwiesen pflegen und bewirtschaften

Um diesen parkähnlichen Charakter der Streuobstwiese zu bewahren, sollte der Baumbestand eine Mischung der unterschiedlichen Lebensphasen des Obstbaumes abbilden. Jungbäume stehen neben Bäumen im Vollertrag und Altbäume mit lichten Kronen neben „Baumruinen". Ein durchlässiges Kronendach entsteht und Wiesenbereiche sind unterschiedlicher Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Beim Bewuchs wechseln sich schattentolerante Pflanzenarten mit sonnenhungrigen ab – der Blütenaspekt wird vielfältig und konkurrenzschwache Arten können existieren. Diese Mischung bietet gerade gefährdeten Arten den idealen Lebensraum.
Deshalb ist es wichtig, Altbäume, die keinen Ertrag mehr bringen, nicht zu entfernen, sondern zu sogenannten „Habitatbäumen“ umzustellen. Ein Anteil von 10 Prozent des Bestandes für diese Bäume ist vertretbar.
Der Schnitt alter Bäume soll deren Lebenserwartung verlängern, Astabbrüche verhindern und Bedingungen schaffen, um Holz bewohnenden Insekten die Möglichkeit zu geben, sich im alten Holz niederzulassen. Zudem dient das Auslichten dichter Baumkronen dazu, die Besonnung darunter liegender Wiesenbereiche zu verbessern.
Stammnahe Wunden (was beim „normalen“ Erhaltungs- oder Verjüngungsschnitt vermieden werden sollte) fördern die Ansiedlung von Höhlenbewohnern. Stehendes Totholz, im Baum belassen, zieht Käfer und die schwarze Holzbiene an.

Mehr zum Thema Artenschutz: